Wer je einen fremdsprachigen Film mit Untertiteln gesehen hat, ahnt intuitiv, was Live-Untertitelung bei Events leistet. Doch Text in Echtzeit auf eine Bühnenleinwand zu bringen, vor Publikum, mit einem Redner, der nicht pausiert, korrigiert oder sich wiederholt, ist eine ganz andere technische Aufgabe.
Untertitel und Übertitel: nicht ganz dasselbe
Die beiden Begriffe werden fast synonym verwendet, doch es gibt einen echten Unterschied, den man kennen sollte, wenn man ein Event organisiert.
Untertitelung meint üblicherweise Text am unteren Bildrand, über bestehendes Videomaterial gelegt. Denken Sie an ein übersetztes Interview oder einen Clip, der während einer Keynote läuft.
Übertitelung meint dagegen Text, der über oder neben einer Live-Aufführung oder Präsentation erscheint. Es ist das Format, das in Oper, Theater und auf Konferenzbühnen am häufigsten genutzt wird, wo es kein zugrundeliegendes Video zu untertiteln gibt, sondern nur einen Redner in Echtzeit. Übertitel laufen meist auf einer separaten Fläche oder werden über der Bühne projiziert, statt fest in ein Videosignal eingebrannt zu werden.
Für die meisten Konferenzen und Firmenevents braucht es eher Live-Übertitelung: Text in Echtzeit, der dem Redner folgt, sichtbar für den ganzen Saal, erzeugt während die Worte fallen, nicht nachträglich in der Postproduktion ergänzt.
Wo Chroma Key ins Spiel kommt
Bei Events, die Untertitel direkt in ein Broadcast- oder Streamsignal integrieren wollen, statt sie auf einer separaten Fläche zu zeigen, wird die Chroma-Key-Technik relevant (das Greenscreen-Verfahren aus Fernsehen und Film). Eine Untertitelebene lässt sich auf einen Chroma-Key-Hintergrund legen und live in das Videosignal mischen, sodass entfernte Zuschauer die Untertitel direkt im Stream sehen, genau dort, wo die Produktion sie haben will, ohne zusätzliche Fläche vor Ort.
Das zählt vor allem bei hybriden Events, bei denen ein Teil des Publikums im Saal sitzt und ein Teil aus der Ferne zusieht. Das Publikum vor Ort sieht die Untertitel womöglich auf einer Bühnenleinwand, während das Streampublikum sie ins Videosignal eingerechnet bekommt: zwei technische Wege, dasselbe Ergebnis für die Barrierefreiheit.

Die Rolle der Regie
Nichts davon geschieht ohne einen Regieraum, im französischen Produktionsjargon régie genannt. Das ist das technische Nervenzentrum jedes Live-Events: der Punkt, an dem Videosignale, Ton, Licht und nun auch Untertitelströme gemischt und an ihr Ziel geleitet werden, sei es die Bühnenleinwand, der Stream oder beides.
Live-Untertitel in einen Regie-Workflow zu integrieren heißt, dass das Untertitelsystem ein sauberes Signal mit geringer Latenz ausgeben muss, das das technische Team wie jede andere Video- oder Grafikquelle weiterleiten kann. Kein manuelles Kopieren, kein zusätzlicher Laptop, der hinter der Bühne balanciert, kein Risiko, dass die Untertitel aus dem Takt mit dem geraten, was gerade gesagt wird.
Wo Glot in diesen Ablauf passt
Glot ist darauf ausgelegt, sich direkt in eine solche Produktionsumgebung einzufügen. Ob ein Veranstalter Untertitel auf einer eigenen Fläche für das Publikum im Saal möchte, ein Untertitelsignal, das für Stream oder Aufzeichnung in die Regie eingebunden wird, oder beides synchron in mehreren Sprachen gleichzeitig: Die zugrundeliegende Transkriptions- und Übersetzungstechnik bleibt dieselbe. Es ändert sich lediglich, wohin die Ausgabe geleitet wird.
Diese Flexibilität macht Untertitelung über sehr unterschiedliche Eventformate hinweg praktikabel: eine Konferenz mit einer Bühne, ein mehrspuriger Gipfel mit mehreren Regieräumen oder ein hybrides Event, das über Zeitzonen hinweg an ein entferntes Publikum streamt.
Warum das wichtiger ist, als die meisten Veranstalter denken
Live-Untertitel auf der großen Leinwand sind nicht nur eine Funktion für schwerhörige Gäste, auch wenn allein das die Investition rechtfertigt. Sie helfen auch internationalen Besuchern, einer Sprache zu folgen, die sie noch lernen, halten Gäste in einer lauten Halle bei der Sache, wenn der Ton schwer zu hören ist, und geben Zuschauern am Stream dieselbe Klarheit wie jemandem in der ersten Reihe.
Gut gemacht wird Untertitelung unsichtbar. Das Publikum versteht das Event einfach, ohne über die Technik nachzudenken, die das möglich macht.
Sie planen eine Konferenz und möchten Untertitel in Ihre Leinwand oder Ihre Regie einbinden?
Demo buchen